Kapverden

Freitag 22.09.2017

 

Fauna

 
Azoren Fauna Priol

Die Fauna der Azoren zeichnet sich nicht unbedingt durch Vielfalt aus. Das liegt schlichtweg daran, dass fast alle Tiere erst mit den Menschen auf die Insel gekommen sind. Das einzige Säugetier, das schon vor den Siedlern auf dem Archipel lebte, ist die azorische Fledermaus. Zudem gibt es einen Vogel, der nur auf den Azoren anzutreffen und inzwischen sehr selten geworden ist: der Priolo, auch Azorengimpel genannt. Er machte früher den Bauern das Leben schwer und galt als Schädling. 1930 vermutete man, dass der Priolo ausgestorben sei. 38 Jahre später wurde man eines besseren belehrt. Auf São Miguel leben jetzt noch bis zu 80 Paare der Vogelart, die inzwischen unter Naturschutz steht.

 

Paradies für Ornithologen

Ohnehin gelten die Azoren als Paradies für Vogelfreunde. Der Grund: Die Inseln liegen günstig zwischen den Kontinenten und dienen vielen Zugvögeln als Zwischenstation. Das heißt, vor allem im Frühjahr und im Herbst dürfen sich Urlauber über Dutzende Vogelarten freuen, die auf den Azoren Kraft für den Weiterflug tanken. Einige der gefiederten Freunde sind auf den Inseln heimisch, zum Beispiel der Mäusebussard, den die ersten Siedler für einen Habicht hielten. Dieser Verwechslung haben die Inseln ihren Namen zu verdanken: Denn açores steht für Habichte. Ebenfalls auf dem Archipel anzutreffen sind Gelbschnabel-Sturmtaucher, die Möwen sehr ähnlich sehen. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem Meer und sind nur an Land, um zu nisten und den Nachwuchs aufzuziehen.

 

Haus- und Nutztiere

Die übrige Tierwelt an Land, abgesehen von den Insekten und Kriechtieren - Schlangen oder andere giftige Tiere gibt es auf den Inseln nicht -, setzt sich weitgehend aus Nutz- und Haustieren zusammen. Angefangen bei Rindern und Ziegen über Katzen, Hunde, Kaninchen und Frettchen bis hin zu den weniger gern gesehenen Ratten, die ebenfalls mit den Schiffen auf den Archipel kamen. Im Laufe der Jahre wurde sogar eine eigene Hunderasse gezüchtet, die seit 1984 auch offiziell anerkannt ist: der Cães de Fila. Es handelt sich um Hunde mit kurzem Fell und einem enormen Durchhaltevermögen.

 

Faszinierend: Wale und Delfine

Wendet man den Blick vom Land aufs oder vielmehr unter Wasser, präsentiert sich eine deutlich artenreichere Fauna, weshalb vor allem Taucher die Inseln so schätzen. Zu sehen gibt es unter anderem Muränen, Zackenbarsche, Drücker-, Kugel- und Papageifische. Hinzu kommen Mollusken und Krustentiere sowie die Meeressäuger. Rund um die Inseln können über 20 Wal- und Delfinarten beobachtet werden, darunter vor allem der Pottwal, der bis vor wenigen Jahren noch gejagt wurde, und Kurzflossen-Grindwale. Während die Wale nur an den Azoren vorbei ziehen und sich hier am Fischreichtum laben, haben einige Delfine am Archipel ihren Lebensraum gefunden. Sie gehören zu den Hauptattraktionen bei Boots- und speziellen Whale-Watching-Touren.