Kapverden

Montag 24.07.2017

 

Insel Faial

 
Azoren Faial

Faial

Von der Glücks- zur blauen Insel: Faial hat seit jeher einen besonderen Reiz auf die Menschen ausgeübt. War es im 15. Jahrhundert die Hoffnung auf Silber und Zinn, die sich alsbald zerschlug, folgten später die Walfänger und zur Jahrhundertwende die Telegraphengesellschaften, die Faial zum Knotenpunkt der internationalen Kommunikation erkoren.

Heute erfreuen sich Besucher zum einen an der wechselhaften Geschichte, die noch überall lebendig scheint, und den blauen Hortensienhecken, die der Azoreninsel ihren Beinamen gaben.

 

Der Vulkanausbruch

Was nach einer durchweg positiven Inselgeschichte klingt, hat allerdings auch eine Schattenseite. Die Vulkanaktivitäten sorgen ab und an noch für Erdbeben. 1998 wurden dabei ganze Dörfer zerstört. Einige Gebäude weisen noch heute Risse auf. Deutlich schlimmer traf es die Insel in der Zeit von 1956 bis 1958. Der Unterwasserausbruch des Vulcão dos Capelinhos zwang viele Bewohner, die Insel zu verlassen. Sie zog es vor allem Richtung Nordamerika. Dort, wo sich der Vulkan austobte, gewann die Insel eine Fläche von über 2,5 Quadratkilometern hinzu. Noch erinnert sie an eine Kraterlandschaft, die von Experten erforscht wird. Doch nach und nach bahnt sich auch hier die üppige Vegetation der Insel ihren Weg.

 
Caldeira Faial Azoren

Natur pur: die Caldeira

Besonders gut zu erkennen ist die ursprüngliche Natur in der Caldeira, dem 450 Meter tiefen Vulkankrater im Zentrum Faials. Der Rand hat einen Umfang von rund sieben Kilometern, von dem aus man einen wunderschönen Rundumblick genießen kann, wenn nicht gerade die Wolken im Weg sind. Bis zum sumpfigen Kraterboden zu wandern, wo sich vor dem Vulkanausbruch nach heftigen Regenfällen ein See bildete, ist jedoch verboten. Stattdessen sollte man lieber auf die Aussichtspunkte ausweichen, die es rund um die Insel gibt. Zum Beispiel am Denkmal zu Ehren der Heiligen Nossa Senhora da Conceição am Miradouro da Ponta da Espalamaca oder der Ruine des Leuchtturms am Ponta da Ribeirinha.

 

Der höchste Punkt der Insel

Ideal für alle, die eine Insel auch gerne aus der Vogelperspektive erkunden: der höchste Punkt Faials, der Cabeco Gordo mit 1.043 Metern. Mit etwas Glück sieht man sogar die Nachbarinseln des Archipels. Von sehr viel Grün geprägt ist vor allem der Norden der Insel. Die Felder werden von den berühmten Hortensienhecken eingerahmt. Die ersten Siedler haben Mitte des 15. Jahrhunderts weniger auf die Natur geachtet. Auf der Suche nach Bodenschätzen wurde fleißig gerodet, bis man schließlich der Landwirtschaft den Vorzug gab. Heute steht unter anderem das Gebiet um den Cabeco Gordo unter Naturschutz.

 
Azoren Faial

Internationales Flair

Einer der wichtigsten Aspekte auf Faial ist und bleibt allerdings die Seefahrt. Schon früher wurde auf der Insel Station gemacht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Weit über 1.500 Kreuzfahrer und Segler legen Jahr für Jahr im Hafen von Horta an. Er ist Dreh- und Angelpunkt für alle, die den Atlantik überqueren wollen. Diesem Umstand hat der Hauptort sein Flair zu verdanken. Es ist international und auch ein wenig mondän geprägt. Das liegt in erster Linie an den herrschaftlichen Häusern, die auf die Zeit zurückzuführen sind, als die Telegraphen-Gesellschaften aus Deutschland, Großbritannien und den USA sich auf Faial niederließen.

 

Horta: Stadt der Weltenbummler

Horta eilt also nicht grundlos der Ruf als Stadt der Weltenbummler voraus. Weithin bekannt ist vor allem das Peter Café Sport, das 1918 seine Pforten öffnete und sich als Treffpunkt für Reisende aus aller Welt etabliert hat. Sowohl im Café als auch im ersten Stock des Gebäudes gibt es sehr viel zu sehen. Unten sind es Flaggen und Wimpel, die Gäste mitgebracht haben, oben ein Museum mit Kunst auf Walfischzähnen, sogenannte Scrimshaw.

 

Sehenswertes in Horta

Doch Horta hat noch weit mehr zu bieten, als nur das Café. Es ist das Gesamtbild, das fasziniert: die Stadthäuser, die Kirchen und auch die Paläste. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die Porto Pim, eine Bucht mit Sandstrand, das Museu Centro do Mar, eine einstige Walfabrik, die Kirche Igreja Nossa Senhora das Angústias, deren Fundament auf einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert stammt, die Festungsanlage Castelo de Santa Cruz, der Yachthafen Marina da Horta, das Stadtmuseum, der Turm Torre do Relógio sowie die Igreja de São Francisco und die Igreja Matriz Sao Salvador.

 
Miradouro Monte Carneiro Azoren

Rund um die Insel

Auch in das Umfeld von Horta lohnen einige Abstecher, zum Beispiel zum Monte da Espalmaca, einem Bergrücken, auf dem viele Windmühlen zu bewundern sind, oder der Ausflugspunkt Miradouro Monte Carneiro, der den Blick auf Pico freigibt. Wer die gesamte Insel erkunden möchte, hält sich einfach entlang der R 1-1. Sie führt rund um die Insel. Dabei passiert man hauptsächlich kleinere Straßendörfer, gelangt aber auch an einzelne Badebuchten wie die Praia do Almoxarife. Wen es generell eher aufs Wasser zieht: Faial ist bekannt für Sport- und Hochseeangeln, Windsurfen und alle Arten von Wassersport.