Kapverden

Sonntag 19.11.2017

 

Insel Flores

 
Azoren Insel Flores

Flores - die Blumeninsel

Die Blütenpracht stand Pate für den Namen der Insel: Flores. Sie gilt als die "hübscheste" der Azoreninseln und wird unter Botanikern und Wanderfreunden schon lange als Geheimtipp gehandelt. Ein Besuch lohnt sich das ganze Jahr über. Die Hauptsaison bilden allerdings Juli und August. Denn insbesondere im Winter sollte man stets mit ein paar Regenschauern und Nebelschwaden rechnen, die das Eiland umhüllen. Die Niederschlagsmenge ist mit 1.500 mm die höchste des gesamten Archipels. Das kommt der Pflanzenwelt zugute und zaubert regelmäßig einen Regenbogen über Flores.

 

Die Geschichte der Insel

Davon zeigten sich schon die Entdecker im 15. Jahrhundert begeistert. Allerdings schien die Insel als westlichster Punkt des heutigen Europas anfangs noch nicht sonderlich interessant zu sein. Weder der Handel mit Pflanzen zum Färben noch die Bodenschätze rechtfertigen eine Besiedlung.

Erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts lassen sich Flamen, Portugiesen sowie Bewohner von Terceira und Madeira auf der Insel nieder. Sie nutzten die Insel hauptsächlich für die Landwirtschaft und bauten Mais, Gerste, Weizen und Gemüse für den Eigenbedarf an. Denn an Export war aufgrund der Lage kaum zu denken. Wenn Schiffe anlegten, waren es meist Piraten. Später kamen Walfänger, um junge Männer zu rekrutieren. Die Erfolge waren erst nur mäßig und setzten erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein. Die Infrastruktur haben die Insulaner jedoch nicht dem wirtschaftlichen Aufschwung, sondern den Franzosen zu verdanken. Sie installierten auf Flores eine Abhöranlage, bauten Straßen, ein Krankenhaus und den Flughafen.

 

Die Hauptstadt

Hauptort der Insel ist Santa Cruz das Flores. Die Stadt liegt direkt am Flugplatz, ist für Touristen aber eher uninteressant. Es gibt zwar ein Museum, das sich in erster Linie der Fauna widmet, und eine Käserei, die besichtigt werden kann. Sehenswert sind darüber hinaus das Museu das Flores, in dem unter anderem graviert Walfischzähne und Instrumente der Seefahrer ausgestellt werden, sowie die dreischiffige Pfarrkirche Igreja Matriz de Nossa Senhora da Conceição. Ansonsten gilt der Ort als eher verschlafen und lässt sich bei einem kurzen Rundgang erkunden. Wassersportfreunde finden vor Ort ein Naturschwimmbecken sowie die Option, an Bootstouren und Tauchgängen teilzunehmen.

 
Azoren Wandern Flores

Wandern auf Flores – ideal im Norden der Insel

Wanderer sind bestens im Norden der Insel aufgehoben. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Es gibt nur wenige Dörfer, die erst seit wenigen Jahren mit den größeren Städten verbunden sind. In dieser recht bergigen Landschaft, wo auch der Morro Alto 914 Meter in den Himmel ragt, finden Urlauber Ruhe und können bei guter Sicht bis zur Nachbarinsel Corvo blicken. Erkunden sollte man Flores allerdings nur auf den ausgewiesenen Wegen und Pfaden.

Abseits dieser Strecken, die noch nicht zu einer Rundwanderung kombiniert wurden, ist es aufgrund von Spalten und dem feuchten Untergrund zu riskant.

 
Fazenta des Santa Cruz Acores

Inseltour

Ort und Dörfer, denen man bei einer solchen Inseltour auf Flores einen Besuch abstatten kann, sind Fazenta des Santa Cruz, mit ihrer Igreja Nossa Senhora de Lurdes und dem Wildgehege Parque Florestal. Eher dem verschlafenen Charakter der Region entsprechen Cedros und Ponta Ruiva. Am nördlichsten gelegen ist Ponta Delgada. Hier treffen das Grün der Landschaft und das Blau des Meeres aufeinander und werden durch die roten Dachziegel hervorgehoben. Für Besucher sind sowohl die Igraja da São Pedro also auch die kleine Hafenbucht, in der man baden kann, lohnenswerte Ziele.

 
Insel Flores Azoren

Karg, doch wunderschön

Als eher karg gilt das Innere der Insel. Doch genau daraus ergibt sich auch die Schönheit dieses Fleckchens Erde. Hier ist es bergig und gibt es Seen, die aus ehemaligen Vulkankratern entstanden sind. Insgesamt sind es sieben Seen, unter anderem der Lagoa Comprida und der Lagoa Funda, die nur von einem schmalen Grat getrennt werden. Die Umgebung der Seen ist von einheimischen Pflanzen geprägt, die Flores auch botanisch zu einem Highlight machen. Wer die Landschaft in all ihrer Pracht erkunden möchte, sollte während des Urlaubs auf Flores eine Berg- und Seentour einplanen. Höhepunkt dürfte das Naturwunder "Rocha dos Bordões" sein, eine Anordnung von Basaltsäulen.

 

Naturschwimmbecken und Bootstouren

Während dieser Touren gelangt man auch in den Südwesten der Insel mit Fajã Grande, dem westlichsten Ort auf Flores. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Naturschwimmbecken, vielen Restaurants und einem unvergleichlichen Sonnenuntergang. Nicht ganz so bekannt ist Ponta da Fajã, wo ein Wasserfall bewundert und ebenfalls gebadet werden kann. Weitere Ziele sind Moinho da Alagoa mit einer noch funktionierenden Wassermühle, Poço da Alagoinha, Fajãzinha und Mosteiro mit der Kirche Santissima Trinidade.

Im Südosten der Insel prägt Lajes das Bild. In der zweitgrößten Stadt auf Flores gibt es die Kirche Nossa Senhora do Rosário zu sehen, die aufgrund ihrer gekachelten Fassade auffällt, und die Kapelle Nossa Senhora das Angústias. Urlauber, die weniger Kultur, denn Sonne und Strand bevorzugen, sind in Fajã de Lopa Vaz bestens aufgehoben. Die Region verfügt über den schönsten Strand der gesamten Insel, der abgeschieden und somit auch recht ruhig liegt. Wer es sportlicher mag, kann auf Flores auch Canyoning betreiben. Absolut empfehlenswert ist auch ein Bootsausflug um die Insel, bei dem die 5 Meter lange Grotte "Gruta dos Enxaréus" keinesfalls fehlen darf.